Geschichte

Zur Geschichte und Entwicklung der Innung des Metallhandwerks

Als die älteste in Erfurt urkundlich erwähnte Innung des Metallhandwerks 1339 gegründet wurde, da stand die steinerne Krämerbrücke erst 14 Jahre. Die Zeit gehörte zum Beginn der wirtschaftlichen Blüte dieser Stadt. 

Und schon damals, als vieles im Wandel war, sich Erfurt zu einem bedeutenden Handelsplatz entwickelte, hatten die Schmiedemeister erkannt, dass sie in einer Gemeinsamkeit, im Zusammenschluß für ihren Berufsstand am meisten erreichen konnten.

Ein Rückblick auf die mehr als 1250jährige Entwicklung unserer Stadt macht deutlich: Erfurt hat viele Traditionen. Eine davon - eine ganz besondere und die Stadt prägende, ist die des Mittelstandes.


Mittelständischer Handel, Gewerbe und Handwerk bestimmen seit Jahrhunderten die Wirtschaft von Stadt und Region.

Mit der Schmiede - Innung zu Erfurt wurde bereits im Jahr 1339 der erste urkundlich erwähnte Zusammenschluß des Handwerks in unserer Stadt begründet.

Die Handwerksordnung aus dem Jahr 1660 belegt, dass bereits zum damaligen Zeitpunkt das gesamte Metallhandwerk in dieser Innung vereint war.

In der sogenannten Handwerksordnung von 1660 ist zu ersehen, dass im Berufsbild des Schmiedes fast alle Metallberufe zusammengefaßt waren. Da waren Hufschmiede, Messerschmiede, Lang- und Kurzarbeiter, Poliere, Hohlschleifer, Schlößner, Sporer, Büchsenmacher, Uhrmacher, Windenmacher, Nadler, Nadelschmiede, Kupferschmiede, Töpfengießer, Pfloschmiede, Röhrenschmiede und Feilenhawer angesiedelt.

Sie sehen, einen Teil der alten Berufsbezeichnungen findet man schon lange nicht mehr und wer weiß schon noch was ein Pfloschmied war. Diesen Begriff findet man heute in keinen Lexikon mehr. In Protokollen aus dem 18. Jahrhundert kann man ersehen, dass sich der Pfloschmied mit der Klempnerei beschäftigt haben muß.


(Dank eines interessierten Lesers aus dem schönen Schwabenland ein Hinweis:                                                                        

Pfloschmied = Pflugschmied - Ackergerät
Sporer = Herstellung von Zubehör f. Reiter/Ritter Spengler = Herstellung von Spangen)


Aufgrund der ständigen Weiterentwicklung hat sich das ursprüngliche Schmiedehandwerk im Laufe der Zeit immer mehr mit anderen Gewerken vermischt bzw. sind andere Spezialisierungen aus diesem Handwerk hervorgegangen und es wird deshalb heute hauptsächlich als Kunsthandwerk betrieben.

Deshalb wurde der Beruf des Metallbauer - Handwerks nun die Heimstadt fast aller Metallhandwerksberufe.

Hier sind wieder die Schlosser, Schmiede, Fahrzeugbauer und andere Spezialberufe, wie zum Beispiel die Schließ- und Sicherheitstechniker, vertreten.

Andere aus dem Schmied entstandene Berufe, wie der Maschinenschlosser, der Werkzeugmacher, Dreher und Feinmechaniker sind im Feinwerkmechaniker - Handwerk zusammengeschlossen.

Die Former und Gießer sind im Berufsbild der Metall- und Glockengießer zu finden.

So hat sich das Metallhandwerk immer weiter entwickelt und wird sich auch in Zukunft der modernen Zeit anpassen müssen.

Wichtig ist es für uns, dass wir die Bedeutung des Metallhandwerks immer wieder hervorheben und klar machen, dass aller technischer Fortschritt vom ersten Wagenrad bis zur modernen Raumfahrt immer auch in enger Beziehung zum Metallhandwerk steht.

Abschriften aus Unterlagen des Stadtarchiv´s Erfurt und Auszüge aus der Festrede zu den Feierlichkeiten der 660 Jahrfeier

der Innung des Metallhandwerks Erfurt 1999.

Tradition zu pflegen heißt nicht die Asche zu bewahren - sondern die Flamme lebendig zu halten.

Innungsfahnen von 1880/91

                                         

 

        Schmied                                 Schlosser                               Mechaniker      

 

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Lehrbrief aus dem Jahre 1894

Der Lehrling Peter Freundlieb

hat bei Schmiedemeister Carl Hoffmann in Erfurt

eine Lehre absoviert und die Gesellenprüfung mit dem Prädikat "gut" abgelegt

Mit freundlicher Unterstüzung eines Verwandten erhalten

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