Comthurhof

 

Zur der Geschichte der MEHAG Erfurt

Gesamtansicht Vorderseite Comthurhof 1992

Comthurgasse 4 - 99084 Erfurt

 

Der Comthurhof zu Erfurt
Seine Geschichte geht auf das Jahr 1189 zurück.

Er gehörte damals dem Kloster Reinhardsbrunn.

1251

ging er durch Schenkung an den Deutschen Ritterorden über. Er wurde Sitz eines Comthurs - Leiter eines Verwaltungsbezirkes des Geistlichen Ordens. Über 500 Jahre diente er den Ordensrittern als Wirtschaftshof und begründete damit seinen noch heute bekannten Namen.

1573

Erneuerungsbau und Treppenturmanbau. Die Wappen über dem Torbogen erinnern daran. Es sind die Wappen des damaligen Hofmeisters Wolfgang Schutzbar - Mitte -, des Landcomthurs von Rehen - links und des Comthurs von Erfurt Franz von Hatzfeld - rechts -.

1787

Abtretung des Comthurhofes an das kurmainzische Vikariat zu Erfurt. Er wurde Pfarrhaus der Schottengemeinde.

1855

Verkauf an Privathand

1904

Erwerb durch die neu gegründete Neue Rohstoff Genossenschaft für Schlosser und Schmiede. Aus ihr entwickelte sich die Einkaufs - und Liefergenossenschaft des Metallhandwerks Erfurt (MEHAG) und Umgebung.

1919

Einrichtung als Handwerkerheim. Ausstattung mit Kunstschmiedearbeiten aus Meisterhand.

1945

am 25. Februar durch Fliegerbomben stark beschädigt, bauten die Metallhandwerker ihn schließlich mit viel Liebe und Hingabe wieder auf.

1967

gaben die Metallhandwerker ihm seine geschmackvolle, mittelalterliche Fassade wieder. Als diese Zeilen entstanden war der Comthurhof 70 Jahre die Heimstatt des Metallhandwerks. 70 Jahre wuchs und gedieh in seinen Mauern die ELG des Metallhandwerks Erfurt.

1990

wurden die Versorgungsaufgaben, durch falsche Beratung und fehlgeschlage Bemühungen des Vorstandes, sowie eine Revisionskommission die ihre Aufgaben nicht immer im Interesse der Mitglieder wahrgenommen hat, eingestellt und die Räumlichkeiten wurden vermietet.

1992

am 13. März wurden, aufgrund von Falschaussagen eines Mitgliedes der Revisionskommission, die versammelten Handwerker aufgefordert dem Verkauf des Comthurhofes zuzustimmen da sonst ein Konkurs drohe.

Der Verkauf und damit das Ende der erfolgreichen Geschichte der MEHAG Erfurt wurde, mit nur wenigen Gegenstimmen, beschlossen.

Eine Einkaufseinrichtung für das Handwerk würde an diesem Platz in der heutigen Zeit keinen Bestand mehr haben, aber der Comthurhof könnte ohne Schulden die Heimstatt der Metallhandwerker unserer Stadt, mit Sitz der Fachverbände, Schulungsräumen, einer Gaststätte und sogar mit Übernachtungsmöglichkeiten sein. Denn einen Konkurs hätte es, was sich später herausgestellt hat aufgrund der verhältnismäßig guten Finanzlage, nie gegeben.

Verantwortlich für den Verkauf des Comthurhofes war letztlich auch die damalige Stadtverwaltung von Erfurt, die an dieser Stelle durch einen Investor ein Hotel bauen lassen wollte. Daraus ist allerdings, wie damals so oft, aufgrund von Zahlungsunfähigkeit des Investors nichts geworden.

Zu einem später Zeitpunkt wurden vier wertvolle bleiverglaste Fenster offenbar „gestohlen" oder von Unbekannten „sichergestellt". Sie waren zu Ehren verdienter Mitbegründer und Förderer der Genossenschaft angefertigt worden.
Leider konnten diese Fenster bis heute nicht wieder gefunden werden. Deshalb zeigen wir an dieser Stelle zwei Fotos dieser einmaligen Fenster.

Wer uns beim Auffinden der vier Fenster behilflich sein kann, oder Kenntnis davon hat wo sie sich befinden, wird gebeten sich mit uns in Verbindung zu setzen.

Eine Belohnung wird garantiert. 

  • Eingang
  • Fenster Inschrift
  • Fenster

Der ideelle Wert dieser Fenster ist für das Metallhandwerk Erfurt von besonderer Bedeutung.
Sie wurden zu Ehren verdienter Metallhandwerker dieser Stadt erstellt.
Helfen Sie uns diese Fenster wieder zu finden.

Heute befindet sich im Areal des ehemaligen Comthurhof eine moderne Wohnanlage mit allem was dazu gehört. Nur die älteren Handwerker erinnern sich noch heute an die Zeiten der gemeinsamen Treffen anlässlich von Veranstaltungen der ELG des Metallhandwerks Erfurt. Eine Tradition des Metallhandwerks ist Geschichte, sollte aber nie ganz in Vergessenheit geraten. Die Innung des Metallhandwerks Erfurt - Ilmkreis will die Erinnerung wach halten und an die alten Traditionen erinnern.